Hyundai verpasst seiner hauseigenen N-Abteilung einen kleinen Dämpfer in Sachen Auffälligkeit. Bisher kannte man die koreanischen Sportmodelle vor allem durch ihre teils aggressiven roten Zierlinien an den Schwellern, doch damit ist beim neuen Elantra N Monochrome Schluss. Das auf den ersten Blick zurückhaltendere Sondermodell dient quasi als letzter Gruß für die aktuelle Generation der Limousine, bevor für 2027 ohnehin ein echter Nachfolger auf dem Plan steht. Zunächst dürfen sich Käufer in Südkorea ab Ende Oktober 2026 sowie in Kanada und Australien über den Wagen freuen, weitere Märkte sollen erst später folgen.
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© HyundaiStealth-Optik statt roter Signalfarbe
Anstelle der gewohnten knalligen N-Akzente am Aerodynamik-Kit setzt der Hersteller nun schlicht auf Zierelemente in Wagenfarbe. Wer es dezent mag, wird sich über die reduzierte visuelle Komplexität an der Frontschürze freuen, wo nun mehr schwarze Flächen zwischen den Lufteinlässen dominieren. Dazu rollt die Limousine auf neu gestalteten, filigranen schwarzen Schmiedefelgen, hinter denen farblich passend schwarz lackierte Bremssättel mit weißem N-Logo sitzen.
Käufer haben die Wahl zwischen genau zwei Lackierungen: einem dunklen "Abyss Black Pearl" und dem für die Marke typischen "Performance Blue". Für ein wenig Aufpreis gibt es neben der schwarzen Basisversion noch eine erweiterte "Upper Trim"-Ausstattung. Diese bringt dann Außenspiegelkappen und einen neu gestalteten, flacheren Heckflügel aus Carbon mit.
Viel Alcantara, wenig Neues
Im Innenraum hat Hyundai großzügig in die Alcantara-Kiste gegriffen. Das Material findet sich auf den Sitzen, den Türverkleidungen, der Mittelarmlehne und dem komplett überzogenen Lenkrad. Aufgelockert wird das dunkle Ambiente durch hellblaue Kontrastnähte am Volant, während die Lenkradtasten strikt in Schwarz gehalten sind. Das sieht alles durchaus wertig aus und fasst sich gut an, reißt das Ruder in der hart umkämpften Sportkompaktklasse aber auch nicht komplett herum.
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© HyundaiOptisches Versprechen ohne technischen Nachschlag
Und hier kommen wir zum eigentlichen Knackpunkt: Unter dem dezenten Blechkleid bleibt technisch absolut alles beim Alten. Wer gehofft hatte, Hyundai würde zum Ende des Modellzyklus noch einmal an der Leistungsschraube drehen, wird enttäuscht. Der Antrieb besteht weiterhin aus dem bekannten 2,0-Liter-Turbovierzylinder. Dieser schickt nach wie vor 286 PS (213 kW) und ein maximales Drehmoment von 392 Newtonmetern an die Vorderräder.
Geschaltet wird wahlweise über ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder eine Achtgang-Doppelkupplungsautomatik. Das reicht zwar für einen flotten Alltag, ist aber schlichtweg solider Durchschnitt und kein technischer Quantensprung. Echte Fahrwerks- oder Leistungsupgrades sucht man beim Monochrome-Sondermodell vergeblich. Letztendlich serviert Hyundai hier ein reines Kosmetikpaket für Kunden, die nicht an jeder Ampel direkt als Hobby-Rennfahrer enttarnt werden möchten – ein braves Auto im soliden Sportanzug, das keine neuen Maßstäbe setzt.


