Hand aufs geschundene Herz: Als die Franzosen im Jahr 2015 den originalen RCZ ohne Nachfolger in den Ruhestand schickten, weinten nicht nur Design-Fans dicke Krokodilstränen. Der freche Kurvenräuber aus Frankreich war der wohl schärfste Konkurrent für den Audi TT und genießt heute längst Kultstatus. Jetzt lässt die Löwenmarke auf dem Pariser Autosalon die Muskeln spielen und zündet mit dem Peugeot RCZ Vision eine echte Elektrobombe. Vergiss langweilige SUV-Einheitskost, denn diese flache Studie zeigt uns, wie sportlich die elektrische Zukunft aus Rüsselsheim und Paris aussieht.
© Peugeot / Stellantis
© Peugeot / StellantisExterieur: Der Peugeot RCZ Vision krallt sich den Asphalt
Wenn die Marketing-Abteilung von den fünf Säulen Freiheit, Mut, Eleganz, Stärke und Instinkt schwärmt, übersetzen wir das mal schnell in echtes Autodeutsch: Der Peugeot RCZ Vision steht so satt und breitbeinig auf seinen Walzen, dass man ihm am liebsten sofort die Schlüssel entreißen möchte. Als Vorreiter der neuen Designsprache „Feline Future“ duckt sich das zweitürige Coupé extrem flach über den Boden, bereit zum Sprung auf die linke Spur.
Die Rückkehr der Doppel-Beule: Kenner bekommen beim Blick nach oben sofort glänzende Augen. Das legendäre Double-Bubble-Dach mit seinen zwei charakteristischen Wölbungen feiert ein großes Comeback. Diesmal zieht sich die dunkle Glasfläche wie aus einem Guss von der Front bis ins Heck und sorgt neben optimaler Aerodynamik auch für ordentlich Kopffreiheit im Fond.
Scharfer Raubkatzen-Blick: An der geschlossenen Front prangt ein beleuchtetes Löwen-Logo samt integriertem RCZ-Schriftzug im Stoßfänger. Eingerahmt wird das Ganze von einer radikal flachen Drei-Krallen-Lichtsignatur aus waagerechten Thin-Lens-LEDs, die sich über die komplette Fahrzeugbreite spannt.
Breite Schultern und dicke Walzen: Ausgestellte Radhäuser, scharf eingezogene Flanken und ein muskulöses Heck mit durchgehendem Lichtband samt leuchtendem Markenschriftzug sorgen für echtes Überholprestige. In den Radkästen drehen sich messerscharf gezeichnete Alufelgen im Format 21 Zoll an der Vorderachse und 22 Zoll hinten.
Aerodynamik auf Knopfdruck: Ein fetter Diffusor klebt das Heck förmlich auf die Straße, während ein aktiver Heckspoiler wie beim Urahn von 2009 erst während der Fahrt ausfährt, um bei hohem Tempo den nötigen Abtrieb zu liefern.
© Peugeot / Stellantis
© Peugeot / StellantisInnenraum: Rechteckiges Lenkrad, Milchglas und Schweizer... ähm, französische Uhrmacherkunst!
Wer beim Einsteigen in den Peugeot RCZ Vision eine lieblose Bildschirm-Wüste erwartet, wird positiv geschockt. Unter dem Motto „Besser statt mehr“ räumen die Innenarchitekten gehörig auf. Statt dich mit zehn riesigen Monitoren zu erschlagen, serviert die Studie die neueste Evolutionsstufe des Peugeot i-Cockpit mit transparenten Micro-LED-Displays. Direkt im Sichtfeld schwebt ein glasklares Kombiinstrument, während sich der vertikale Zentralbildschirm auf Wunsch komplett abschalten lässt, wenn du einfach nur ungestört Kurven räubern willst.
Das absolute Highlight im Cockpit ist aber das Hypersquare-Lenkrad. Ein klassisches rundes Volant suchst du hier vergeblich. Stattdessen greifst du in ein futuristisches Rechteck mit vier kreisrunden Aussparungen, das sich geschmeidig per Daumen bedienen lässt. Weil dahinter ein hochmodernes Steer-by-Wire-System sowie Brake-by-Wire arbeiten, gibt es keine mechanische Lenksäule mehr. Die Befehle sausen rein elektronisch an die Räder. Das Beste daran: Designchef Matthias Hossann hat bereits verraten, dass genau diese Lenkung schon in der nächsten Generation des Serienmodells E-208 auf die Straße rollt!
Auch beim Komfort haben die Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht:
Vier echte Plätze statt Strafbank: War der alte RCZ von 2009 bis 2015 hinten eher eine Folterkammer für Gepäckstücke, bietet die neue Studie dank umklappbarer Vordersitzlehnen Platz für vier ausgewachsene Personen.
Asymmetrische Sitze mit Köpfchen: Die sportlichen Schalensitze mit offenen Rückenlehnen zur Gewichtseinsparung sind asymmetrisch geformt. Sie stützen die Insassen zur Fahrzeugmitte hin stärker ab und schützen gleichzeitig das schwebende Zentraldisplay.
Edle Materialien & echte Knöpfe: Hellblaues Alcantara trifft auf nachhaltiges Pelinova-Kunstleder. Auf einer schwebenden Mittelkonsole aus satiniertem Milchglas sitzen echte, haptische Bedienelemente aus massivem Aluminium für Klima und Fahrmodi.
Mechanisches Schmuckstück: Als krönendes Detail sitzt rechts neben dem Lenkrad der analoge Zeitmesser „Parade“, den Peugeot gemeinsam mit der edlen französischen Uhrenmanufaktur Serica entworfen hat. Und falls du im Feierabendverkehr doch mal keine Lust aufs Selberlenken hast, übernimmt das System per Level 2++ auf Landstraßen und in der City gerne das freihändige Cruisen.
Technik & Antrieb: 1.000 Volt lassen die Ladesäule glühen
Ein sportliches Kleid nützt wenig, wenn unter dem Blech nur laue Luft weht. Zum Glück meint es der Peugeot RCZ Vision auch beim Antrieb bitterernst. Das Konzeptfahrzeug steht auf der brandneuen, hochflexiblen STLA One Plattform des Stellantis-Konzerns und feuert satte 368 kW (500 PS) an die Achsen. Damit dürfte das Elektro-Coupé beim Ampelstart so ziemlich alles stehen lassen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Noch spannender als die reine Pferdestärke ist allerdings der Energiespeicher im Unterboden. Gemeinsam mit den Batterie-Spezialisten von Factorial Energy haben die Franzosen eine extrem kompakte Feststoffbatterie (Festkörperbatterie) verbaut, die gerade einmal 110 Millimeter flach baut. Diese geringe Bauhöhe ist der geheime Schlüssel für die flache Sportwagen-Silhouette. Die technischen Zielwerte lesen sich wie der feuchte Traum eines jeden E-Auto-Fahrers:
Reichweite: Bis zu 600 Kilometer nach WLTP mit einer einzigen Akkuladung.
Verbrauch: Extrem knauserige 11,5 kWh pro 100 Kilometer laut offizieller Pressemappe (auf der Konzept-Webseite stellt Peugeot sogar 10 kWh/100 km in Aussicht).
Lade-Weltmeister: Dank einer brachialen 1.000-Volt-Architektur zieht der Akku in weniger als 10 Minuten von 10 auf 80 Prozent frischen Saft. So schnell hast du an der Raststätte nicht mal deinen Espresso ausgetrunken!
























