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Unter Strom und flach wie eine Flunder: Alpines A310 Vision Konzept sorgt für Hochspannung

Von Sascha RiefeAktualisiert am

Auf der Paris Motor Show enthüllt Alpine die Konzeptstudie A310 Vision. Alle Details zum spektakulären Retrodesign, der elektrischen Leichtbauplattform und warum das Modell trotz großer Begeisterung auch Kritik erntet.

Auf der Paris Motor Show hat Alpine das Tuch von einem Auto gezogen, das nicht nur Elektrofans glatt das Ladekabel aus der Hand fallen lässt: die Konzeptstudie A310 Vision.

Die Franzosen feiern damit den 55. Geburtstag des originalen Vierzylinder-Modells und das 50-jährige Jubiläum des V6-Derivats, das von 1971 bis 1984 vom Band rollte. Statt aber nur alte Mythen aufzuwärmen, wurde hier ein retro-futuristisches Elektromonster auf die Räder gestellt.

© Alpine Media
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Raumgleiter für die linke Spur

Die Studie hält den Ball extrem flach, und zwar im aerodynamisch besten Sinne! Optisch setzt Alpine auf einen Zweiklang: Die obere Karosserie glänzt in Aluminium, während der untere Teil in dunklem Grau beziehungsweise im schwarz gehaltenen, von der Formel 1 inspirierten Look lackiert ist. Auffällig sind auch die A-förmigen Felgen in Schwarz und Silber. Die Silhouette sieht aus wie ein schnittiger Raumgleiter aus einem 80er-Jahre-Blockbuster. Komplettiert wird das Bild mit einer halbdurchsichtigen Kuppel für die Kabine und dunkel getönten Scheiben, die eher an ein High-Tech-Gewächshaus für Geschwindigkeitsjunkies erinnern als an ein herkömmliches Cockpit.

Die Dimensionen der Studie im Überblick:

  • Länge: 4,55 Meter

  • Höhe: 1,18 Meter (Damit duckt sich die Flunder tiefer auf den Asphalt als so mancher froschgrüne italienische Supersportwagen)

  • Breite: 2,03 Meter (Ein ziemlich ambitioniertes Format für europäische Innenstädte oder enge Bergpässe)

  • Radstand: 2,45 Meter

E-Power trifft auf konsequenten Leichtbau

Unter der scharfen Schale brodelt die pure E-Power, basierend auf der neuen Alpine Performance Platform (APP). Diese Architektur, die künftig auch die elektrische A110 tragen wird, ist erfreulich puristisch konstruiert:

  • Materialmix: Geklebte und genietete Alu-Profile samt Niederdruckgussteilen bilden das Rückgrat.

  • Fahrwerk: Doppelquerlenkerachsen für den optimalen Kontakt zur Straße.

  • Antrieb: Ein modularer Aufbau mit Option auf Allradantrieb durch einen zusätzlichen Motor an der Vorderachse.

  • Steuerung: Ein zentrales Alpine Dynamic Module (ADM) dirigiert das komplexe Zusammenspiel von Antrieb und Fahrwerk.

Das verspricht auf dem Papier eine Fahrdynamik, die reichlich Potenzial für kurvige Landstraßen und Trackdays bietet.

Wo der Ladeschuh drückt: Die Kritik

Wo viel Licht(leiste) ist, ist naturgemäß auch Schatten. Die Studie fährt mit schmalen LED-Scheinwerfern vor, die sich dank eines sogenannten "Pop-down"-Effekts erst beim Fahrzeugstart zeigen. Optisch ein echter Leckerbissen, gepaart mit der raffinierten S-Duct-Öffnung und einem zentralen "Y zero"-Element in der Fronthaube. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass solche filigranen Klappmotoren im harten Alltagseinsatz anfällig sein könnten und eventuell ungeplante Werkstattbesuche nach sich ziehen.

Hinten presst ein zweigeteilter Klarsicht-Heckflügel den Wagen auf die Straße. Optisch abgerundet wird dieses Element durch lamellenartige, abtriebsfördernde Rückleuchten. Und hier kommt ein kleiner Dämpfer für alle, die schon das Scheckheft zücken wollten: Alpine wird dieses exakte Modell so voraussichtlich nicht in Serie bauen. Es ist laut den Entwicklern primär eine Spielwiese für kreative Design-Ideen. Da stellt sich durchaus die Frage, warum die Vorfreude der Fans mit so einem spektakulären Entwurf derart angeheizt wird, wenn er am Ende womöglich ein reines Showcar bleibt.

Blick in die Glaskugel: Was bleibt für die Serie?

Immerhin gibt es greifbare Hoffnung für die Zukunft: Bis 2030 soll ein viersitziges A310-Serienmodell auf dieser Plattform folgen, das Branchengerüchten zufolge als Fastback-GT mit 2+2-Sitzkonfiguration oder gar als Cabrio auf den Markt kommen könnte. Bis es soweit ist, bleibt der Blick auf die liebevollen Retro-Details im Innenraum. Dazu zählen organisch geformte Sitze, mutige Colour-Blocking-Akzente und analoge Bedienelemente im klassischen Hi-Fi-Stil der 70er Jahre.

Wer sich die Vision der Franzosen genauer ansehen will, findet das Konzept in Paris auf der laufenden Motorshow. Wenn Alpine diese Hochspannung bis zum Ende des Jahrzehnts aufrechterhält und das künftige Serienmodell optisch nicht allzu sehr im Windkanal weichspült, könnte die Marke zum eiskalten Gipfelstürmer der E-Mobilität avancieren.

Über den Autor

Sascha RiefeChefredakteur

Sascha ist Mediengestalter und passionierter Automobil-Enthusiast. Er vereint kreative Expertise mit einer tiefen Leidenschaft für den Motorsport, blickt dabei aber ebenso offen auf die Entwicklungen der Elektromobilität. Branchenerfahrung sammelte er bereits bei Motorsport-Total, Formel1.de und Motor1 Germany. Zudem verantwortet er den Social-Media-Auftritt des Formel-1-Podcasts Starting Grid.

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